Auch die GEW hatte in München zum Warnstreik aufgerufen, viele Kolleg*innen, die vor Ort waren, sind noch immer schockiert über den Angriff auf den Demozug von ver.di, der auf dem Weg zur zentralen Kundgebung war. Nach aktuellem Erkenntnisstand sind unter den Opfern keine GEW-Mitglieder. Wir stehen solidarisch und zusammen an der Seite unserer Kolleg*innen von ver.di.
Die Menschen, die in München und auch in anderen Städten zusammen gekommen sind, haben ihr demokratisches Grundrecht ausgeübt und für ihre Anliegen gestreikt und demonstriert. Unsere gemeinsamen Forderungen in der aktuell laufenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen (TVöD) aber auch in anderen Bereichen sind berechtigt. Wir werden weiter dafür einstehen und zu Kundgebungen und Warnstreiks aufrufen. Wir werden und müssen weiterhin in der Öffentlichkeit zusammen für unsere Forderungen sichtbar sein.
Natürlich steht jetzt die Anteilnahme gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen im Vordergrund. Die Tarifverhandlungen gehen trotzdem weiter. Wir werden am Montag zur zweiten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten von Bund und Kommunen in Potsdam zu einer angemessenen Gedenkveranstaltung zusammenkommen und diese Tarifrunde weiterführen.
Wir stehen mit unseren Landesverbänden an eurer Seite und sind auch im engen Kontakt mit unseren Kolleg*innen der Gewerkschaft der Polizei (GdP), die die Sicherheit vor Ort gewährleistet.
Als Vorsitzende der GEW will ich aber eines ganz klar machen: Es ist unerträglich, dass rechte Kräfte nun versuchen, das schreckliche Verbrechen für ihre rassistische Agenda zu instrumentalisieren. Wir stehen für eine offene und pluralistische Gesellschaft: Wir sind bunt und vielfältig und viele von uns haben eine Migrationsgeschichte. Wir stehen zusammen in Solidarität und wir lassen uns nicht spalten!
Ich wünsche uns allen viel Kraft in diesen Tagen.
Solidarische Grüße
Maike Finnern
Vorsitzende der GEW